Janusz Switaj will sterben

von Franz-Joseph Huainigg

2007, ich begann gerade mein zweites Leben mit einem Beatmungsgerät, las ich von Janus Switaj. Ein 32-jähriger beatmete Pole, der um sein Recht sterben zu dürfen kämpfte. Das hat mich damals sehr bewegt, wie Sie wohl verstehen können. Ich diktierte meiner Assistentin ein Email an Switjai und fragte ihn: „Was müsste passieren, damit sie wieder Freude am Leben haben?“ Er schrieb tatsächlich zurück und seine Antwort überraschte mich: Eine kleinere Beatmungsmaschine, damit er sein Bett verlassen kann, einen Job und Assistenz, die ihm ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Mich überraschte dabei, dass er diesen Grundsatz des Sterbewunsches hier und jetzt sofort durch die Verbesserung der Lebensbedingen, über Bord werfen würde.

Heute diskutieren wir in Österreich aktuell, ob das Verbot auf Töten auf Verlangen in der Verfassung verankert werden soll. Verschiedene Medien haben nicht nur darüber, sondern auch über aktive Sterbehilfe als Zeichen einer liberalen Gesellschaft diskutiert. Ich erinnerte mich an Janusz Switaj und recherchierte mit klopfenden Herzen im Internet, ob er überhaupt noch lebt. Seine Internetseite war aktualisierte, er lebt tatsächlich noch. Ich schrieb ihm wieder ein Email und fragte ihn, wie es ihm geht und wie er heute lebt. Seine Antwort überraschte mich wieder. Eine Organisation in Polen hatte seinen Hilferuf aufgegriffen: Er bekam ein kleines mobiles Beatmungsgerät und einen Elektrorollstuhl, mit dem er unterwegs sein kann. Er hat eine persönliche Assistentin, studiert Psychologie und arbeitet bei dieser Hilfsorganisation, indem er Menschen berät, die sich in ähnlichen Lebenssituationen befinden. Er lebt heute gerne, hat Perspektiven und Aufgaben. Hätte man ihn damals das Beatmungsgerät auf seinen Wunsch hin einfach abgedreht, wäre das nicht möglich gewesen.

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Eine Bitte der Initiatoren:

Wir kämpfen dafür, dass die Tötung auf Verlangen in der Verfassung verboten wird. Auf dieser Website versuchen wir von verschiedenen Sichtweisen her zu beleuchten, warum das notwendig ist.

Für eine Verfassungsänderung benötigen wir allerdings große Unterstützung in der Bevölkerung. Wenn also auch Sie überzeugt davon sind, dass der Wert des Lebens nicht relativiert werden darf, unterstützen Sie uns bitte mit Ihrer Unterschrift:

Zusätzlich legen wir Ihnen nahe, die parlamentarische Bürgerinitiative zu unterstützen. Sie ist an das Parlament gerichtet und muss deshalb handschriftlich ausgefüllt werden. Bitte drucken Sie das Formular aus, sammeln Sie möglichst viele Unterschriften und helfen Sie damit unserer gemeinsamen Sache .

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