Argumente – kurz und bündig

Freiheit, Selbstbestimmung, Leiden beenden – eine Tötung zu rechtfertigen erscheint  simpel. Wir haben Argumente und Gegenargumente zusammengefasst.

Tötung auf Verlangen verhindere unnötiges Leiden.

Keine Diagnose ist vollkommen sicher. Viele bereits verloren geglaubte Menschen haben sich von schweren Krankheiten wieder erholt oder sind durch eine überraschende Wendung, wie etwa das Verfügbarwerden eines passenden Organtrans-plantats, gerettet worden. Andere haben gelernt, mit ihrer Krankheit zu leben und sind mit der richtigen Betreuung wieder glückliche Menschen geworden – obwohl sie sich das vorher nicht vorstellen konnten. Der Tod ist aber endgültig und nicht revidierbar, wenn sich die Faktenlage ändert.

Darüber hinaus ist nicht zumutbar, dass Ärzte darüber entscheiden müssen, welche Patienten krank genug sind für die Tötung und welche nicht.

Tötung auf Verlangen beende das Leiden sicher, schnell und zuverlässig.

Dazu ein Zitat des Gründers eines Sterbehilfe-Vereins in der Schweiz: „Die Lähmung stellt sich in der Regel in zwanzig Minuten bis einer Stunde ein. Wir hatten einen Extremfall, da dauerte es 37 Stunden. Da dürfte aber die Resorptionsfähigkeit des Magen-Darm-Trakts beeinträchtigt gewesen sein“. Es kann also durchaus länger dauern.

Ein selbstbestimmter Tod sei würdevoller als ein fremdbestimmtes Leben in Leid.

Die Furcht vor einem hilflosen Leben, gefesselt ans Bett, sich windend vor Schmerzen, ist das Hauptverkaufsargument der Euthanasiebefürworter. Mit der Realität hat das aber nichts zu tun. Die Palliativmedizin und –pflege nehmen weitgehend Schmerzen und belastende Symptome, mobile Hospiz- und Palliativteams und professionelle Hauskrankenpflege ermöglichen ein würdevolles Zuende-Leben im eigenen Heim.

Fragwürdig ist auch, inwieweit das Erfordernis der Selbstbestimmung garantiert werden kann: Die Entscheidung darüber, ob jemand auf sein eigenes Verlangen hin getötet werden darf, trifft nämlich nie diese Person selbst! Sie wird immer von jemand anderem getroffen und sie ist daher immer anfällig für Willkür und andere unethische Motivationen.

Jeder solle selbstverantwortlich, unabhängig und frei über sich entscheiden können – das sei ein Menschenrecht und gelte auch für den Sterbezeitpunkt.

Um selbstbestimmt und unabhängig Entscheidungen treffen zu können, muss man ein ziemlich starker Mensch sein. Gerade am Ende unseres Lebens sind wir Menschen aber oft genug nicht mehr stark. Die Frage, wie sehr man seinen Angehörigen zur Last fällt, gerade auch in finanzieller Hinsicht, gewinnt oft große Bedeutung und auf das Erbe schielende Angehörige können diesbezüglich erheblichen Druck ausüben. Schlussendlich müsste jeder sein eigenes Todesurteil selbst unterschreiben, aber wie diese Unterschrift zustande gekommen ist, kann niemand überprüfen.

In der Schweiz, in Belgien und in den Niederlanden werde Tötung auf Verlangen bereits problemlos praktiziert.

Nun, Probleme gibt es genug. Die meisten davon enden tödlich: In der Schweiz wurde ein führender Tötungsverein überführt, mit falschen Rezepten große Mengen des tödlichen Medikaments angeschafft zu haben. Zeugen berichten davon, dass es eingesetzt wurde, um bei schwer sterbenden Menschen „nachzuhelfen“. Einem Arzt wurde die Erlaubnis entzogen, diese Rezepte auszustellen, nachdem bekannt wurde, dass er es psychisch  Kranken ermöglicht hatte, sich auf diese Weise zu töten. Vielleicht sind das nur Einzelfälle, aber wenn es um den Tod geht, ist jeder Einzelfall zu viel!

In den Niederlanden und Belgien hat es sich überdies durchgesetzt, dass die Tötung auch ohne Verlangen der betroffenen Person durchgeführt wird. Lesen Sie im Beitrag von Dr. Rainer Thell die erschreckenden Zahlen dazu.

Christliche Maßstäbe dürften nicht für alle, auch nicht-gläubige Menschen verbindlich sein.

Die Tatsache, dass ein gläubiger christlicher Mensch wohl eine große Hochachtung vor dem Leben an sich haben sollte, darf nicht fälschlicherweise umgekehrt ausgelegt werden. Gerade unser europäisches, über hunderte Jahre entwickeltes humanistisches Weltbild legt uns abseits jeder Religion nahe, den Umgang mit Kranken und Schwachen als Indikator für den Zivilisationsgrad unserer Gesellschaft zu betrachten.

Wenn Krankheit oder Behinderung den Wegfall der Würde eines Menschen begründen können, und dies, gesellschaftlich anerkannt, ein Grund zur Tötung eines Menschen ist, dann ist bereits eine Einteilung in wertes und unwertes Leben vorgenommen worden. Es ist kein religiöser, sondern ein humanistischer Standpunkt, eine derartige Separierung der Menschen zu verurteilen.

Tötung auf Verlangen ist in Österreich bereits verboten. Eine Verankerung in der Verfassung sei unnötig.

Eine Verfassungsbestimmung schützt gesellschaftlich anerkannte Werte vor wechselnden, meist knappen Mehrheiten im Parlament. In den letzten 60 Jahren wurde das Verbot der Tötung auf Verlangen von niemandem in Frage gestellt und musste daher auch nicht geschützt werden. Seit einiger Zeit aber findet eine Kampagne zur Legalisierung statt, der sich auch einige Abgeordnete angeschlossen haben. Um zu verhindern, dass die Frage um Leben und Tod einmal Verhandlungsmasse im Spiel der Parteien wird, ist der Schutz des Verbots in der Verfassung das Gebot der Stunde.

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Eine Bitte der Initiatoren:

Wir kämpfen dafür, dass die Tötung auf Verlangen dauerhaft verboten bleibt. Auf dieser Website versuchen wir von verschiedenen Sichtweisen her zu beleuchten, warum das notwendig ist.

In der laufenden Diskussion benötigen wir eine größtmögliche Unterstützung in der Bevölkerung. Wenn also auch Sie überzeugt davon sind, dass der Wert des Lebens nicht relativiert werden darf, unterstützen Sie uns bitte mit Ihrer Unterschrift:

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